NeuSEeland 2023/24
29. Dezember 2023

Waiotapu Region (2/2)

29. Dezember 2023  •  14 Minuten  • 2859 Wörter  • Andere Sprachen:  English
Inhaltsverzeichnis

Am Parkplatz angekommen machten wir Brotzeit, begleitet vom Gezwitscher von ein paar Tui, während wir uns unter dem offenen Kofferraumdeckel vor dem Nieselregen versteckten. Unser zweites und letztes Ziel für heute war das Waimangu Volcanic Valley - das jüngste geothermische Ökosystem der Welt. Dort konnte man so weit man wollte hindurch spazieren und an mehreren Stationen in einen Shuttle Bus steigen, der wieder zurück zum Anfang fahren würde.

Geschichte des Waimangu Volcanic Valley

10. Juni 1886 – Ausbruch Mount Tarawera

Der Tarawera Vulkan, das Becken des Rotomahana Sees und die Krater des Waimangu Volcanic Valleys, die über einer der größten Bruchstellen der Erde (dem Ring des Feuers) liegen, waren Schauplatz der größten Eruption, die in der niedergeschriebenen neuseeländischen Geschichte seit der Besiedlung durch die Europäer stattgefunden hat.

Mount Tarawera
Quelle: nzhistory.govt.nz

Der Ausbruch begann auf dem Mount Tarawera gegen 2 Uhr morgens nach einer Reihe von sich allmählich verstärkenden Erdbeben. In den nächsten Stunden breitete sich die Eruption vom Ort des ersten Ausbruchs in nordöstlicher und südwestlicher Richtung aus, und ab etwa 3:30 Uhr brach gleichzeitig eine Reihe von Kratern aus, die sich fast 16 km entlang einer Linie von dort bis zum nordöstlichen Ende des Berges erstreckten. Die heiße Phase der Eruption war um etwa 5:30 Uhr beendet. Sieben der 1886 entstandenen Krater bildeten das Waimangu Volcanic Valley, und viele andere bildeten das Becken, in dem sich heute der Lake Rotomahana befindet.

Die unmittelbare Ursache des Ausbruchs war aufsteigendes, glühend-heißes, geschmolzenes Basaltmagma, das fast über die gesamte Länge des Tarawera-Grabens an die Erdoberfläche gelangte. Ein großer Teil der Energie, die während des Ausbruchs freigesetzt wurde, war in sehr heißen Wasserkörpern enthalten, die in geringer Tiefe lagen und das Flüssigkeitsreservoir bildeten, das die berühmten heißen Quellen von Rotomahana speiste.

Die massiven Zerstörungen, die der Ausbruch mit sich brachte, bedeckten nicht nur die bekannten Pink and White Terraces , sondern töteten mehr als hundert Menschen, machten Dörfer dem Erdboden gleich und veränderten die Landschaft der Region Rotorua für immer.

Die heißen Quellen, Geysire und anderen oberirdischen geothermischen Erscheinungen des Hydrothermalsystems haben sich in und um die Krater entwickelt, die während des Ausbruchs von 1886 entstanden sind. Aber unter der Oberfläche erstreckt sich dieses System von hier aus in Richtung des Berges und auch nach Süden in Richtung des Rainbow Mountain , und aller Wahrscheinlichkeit nach hat es eine Fläche von mehreren Dutzend Quadratkilometern.

1886 - 1900

In diesem Zeitraum bildete sich der Lake Rotomahana und füllte 15 der Eruptionskrater. Der Echokrater ist ein länglicher Krater, der ursprünglich durch den Ausbruch ausgehöhlt wurde und durch nachfolgende hydrothermale Explosionen, zwischen 1900 und 1973, umgestaltet wurde.

Das heiße Wasser und der Dampf, aus denen die geothermischen Flüssigkeiten in Waimangu und allen anderen Hochtemperatursystemen in der Taupō Volcanic Zone bestehen, sind überwiegend Regenwasser, das durch das relativ poröse Gestein dieser Region gesickert ist. In einer Tiefe von 5-10 km wurde es durch Wärmeleitung von noch tiefer liegendem Magma erhitzt. Durch diese Erwärmung erhält das Wasser einen größeren Auftrieb und steigt in einer konvektiven Wolke zur Oberfläche auf, wobei es auf seinem Weg Mineralien aus dem Gestein, das es durchquert, auflöst.

Unmittelbar nach dem Ausbruch bildete sich im Echokrater ein erhitzter Grundwassersee, der jedoch schnell abkühlte. Etwa 18 Monate lang gab es kaum Anzeichen für vulkanische Aktivitäten. Später begann geothermische Flüssigkeit aus einem zuvor verborgenen Reservoir zu dem kleinen See aufzusteigen, und die Oberflächenaktivitäten des geothermischen Systems von Waimangu begannen. In den späten 1890er Jahren füllte die Erosion des weichen vulkanischen Materials, das das umliegende Land bedeckte, allmählich den Boden des Echokraters, bis der kleine See fast vollständig verdrängt worden war.

1900 - 1904 – Ausbruch Waimangu Geysir

Etwa alle 36 Stunden schleuderte der größte bekannte Geysir der Welt kochendes Wasser, schwarzen Sand, Schlamm und Felsen bis zu 400 m hoch.

Waimangu Geysir
Quelle: wikimedia.org

Waimangu (“schwarzes Wasser”) wurde von seinen Entdeckern wegen des Aussehens seiner Sand- und Wassersäulen beim Ausbruch so benannt - heute bezieht er sich auf das ganze Tal.

Trotz seiner enormen Größe war der Waimangu-Geysir tatsächlich ein echter Geysir, der in einem ziemlich regelmäßigen Zyklus 5-6 Stunden lang ausbrach. Die Ursachen für das Ende des Geysirs sind nicht vollständig geklärt. Mitte 1904 war der Geysir für mehrere Wochen inaktiv, und als die Aktivität wieder einsetzte, waren die Ausbrüche verkürzt. Im Oktober 1904 wurde sein Verhalten unregelmäßig und die Ausbrüche schwächer. Das letzte Mal wurde er am 1. November 1904 gesehen.

Zur gleichen Zeit sank der Wasserspiegel des Tarawera-Sees (5 km nördlich) um mehrere Meter, als eine Sandbank flussabwärts des Seeauslasses zusammenbrach. Es gab jedoch keinen offensichtlichen physischen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen.

Nach dem Erlöschen des Geysirs nahm die hydrothermale Aktivität an anderer Stelle im Echokrater zu und gipfelte in der Eruption vom 1. April 1917.

1. April 1917 – Ausbruch Frying Pan Flat

Die Eruption grub das südwestliche Ende des Echokraters erneut aus und sprengte die Frying Pan Flat fast vollständig weg. Innerhalb von zwei Wochen füllte der Frying Pan Lake den Krater und wurde zur größten Heißwasserquelle der Welt.

Frying Pan Flat
Quelle: wikimedia.org

Die steile und erodierte Landschaft von Waimangu wird durch das Gemälde genau dargestellt. Besonders interessant sind die Anfänge der Vegetation auf den Ablagerungen des Tarawera-Ausbruchs.

Heute

Heute verändert und entwickelt sich Waimangu immer noch weiter. Es ist nicht nur das jüngste geothermische Ökosystem der Welt, sondern auch das Einzige, das als direkte Folge eines Vulkanausbruchs entstanden ist und das einzige Beispiel eines einheimischen Waldes in Neuseeland, der sich nach völliger Zerstörung wieder etabliert hat.

Waimangu Volcanic Valley
Quelle: newzealand.com

Lange Zeit glaubte man, die Pink and White Terraces seien bei der Vulkanexplosion verloren gegangen, doch 2011 entdeckten Forscher überlebende Fragmente der Terrassen 60 m unter der Oberfläche des Sees, wobei neuere Forschungen die genaue Lage der Terrassen unter der Oberfläche bestätigen konnten.

Wanderung durch Waimangu Volcanic Valley

Am Eingang fragten wir wie immer nach einem Studentenrabatt und hatten mehr als Glück - die Dame stempelte uns direkt alle mit einem reduzierten Ticket ab. Mit einer relativ großen Karte bewaffnet machten wir uns auf den Weg bergab durch das Tal. Da der Ausgangspunkt der höchste Punkt des Weges war, hatte man von hier einen schönen Ausblick über alles. Eigentlich hätte man bis zum Mount Tarawera am anderen Ende des Parks gesehen, wenn die Wolken nicht so dicht gewesen wären.

Vor dem letzten Ausbruch war dieses Tal eine sanfte Buschlandschaft ohne hydrothermale Aktivität. Der Ausbruch zerstörte alles Leben der Pflanzen-, Tier- und Vogelwelt im gesamten Tal, soweit der Blick reicht. Alle Pflanzen, die hier heute wachsen, sind erst im Nachhinein entstanden.

Panorama

Am Eingang zum Park befand sich auch Ruaumoko - ein Gefäß der Erinnerung

Ruaumoko steht für Erdbeben und alle vulkanischen Phänomene. Er ist das ungeborene Kind von Papatuanuku (Erdmutter) und Rangi (Himmelsvater). Papatuanuku war schwanger, als sie mit dem Gesicht nach unten zu Rarohenga (der Unterwelt oder Geisterwelt) gedreht wurde. Daher tauchte Ruaumoko nie in der Oberwelt auf oder erblickte das Licht der Welt. Ruaumoko führt zusammen mit seinem Bruder Whiro Krieg gegen die Nachkommen der Tane (Menschheit), um die Trennung ihrer Eltern zu rächen. Whiro schlug vor, dass sie nach ao-turoa, in die obere Welt, zurückkehren sollten, um zu kämpfen.

Aber Ruaumoko sagte: ‘Du gehörst zur oberen Welt. Geh dorthin und kämpfe. Ich aber gehöre zur Unterwelt und werde meinen eigenen Krieg führen.’

Whiro fragte: ‘Aber welche Waffen werden dir dienen?’

Ruaumoko antwortete: ‘Ich werde eine aus Puna-te-waro beschaffen, in der ahi-komau (unterirdisches Feuer) aufbewahrt wird.’

Māori glauben, Erdbeben werden dadurch verursacht, dass Ruaumoko sich in seinem unterirdischen Haus umdreht. Wenn der Sommer naht, soll er die Wärme nach oben kehren, wenn der Winter naht, die Kälte nach oben. Das Volk der Ngati awa glaubt, dass Ruaumoko auch der Ursprung des Donners ist, den er benutzt, um Sommer und Winter zu trennen.

Ruaumoko

Als erstes kamen wir am südlichen Krater vorbei, der jedoch erstmal wenig spektakulär wirkte.

Smaragdsee

Der Smaragdsee, ein Kaltwasserteich, der den Boden des südlichen Kraters bedeckt, erzeugt bei günstigen Bedingungen riesige Algenmatten und Moose. Der einheimische rote, schwimmende Azolia-Farn ist manchmal zu sehen.

Azolia Farn
Quelle: wikimedia.org

Der See ist zu bestimmten Zeiten blau, braun oder smaragd. Der Grund für diesen Farbwechsel liegt an den verschiedenen Pflanzen. Der See wird größtenteils durch Regenwasser gespeist. Sein Wasserspiegel entspricht dem Grundwasserspiegel der Umgebung. Seine Tiefe beträgt durchnittlich 2 m.

Etwas abseits des Hauptweges gab es eine kleine Anhöhe, von der aus man einen schönen Ausblick auf den Echokrater und den Frying Pan Lake hatte. Die roten Ablagerungen am Rande des Sees entstanden beim Ausbruch des Echokraters. Die Ablagerungen sind typisch für einen hydrothermalen (Dampf-)Ausbruch, der alles von Lehm bis Geröllbrocken beinhalten kann. Wo diese Ablagerungen noch immer erwärmt werden, ist eine rötliche Farbe zu erkennen.

Ausbruchsablagerungen

Der See ist die größte Heißwasserquelle der Welt mit einer Fläche von über 38.000 m2 und hat eine durchschnittliche Tiefe von 6 m und ein Wasservolumen von ca. 200.000 m3. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 55°C.

Frying Pan Lake

Das Wasser des Sees ist sauer mit einem pH-Wert von ungefähr 3.5. Das Kohlendioxid und das Wasserstoffschwefelgas erwecken den Eindruck, das Wasser würde kochen. In der Tat tritt aus den Öffnungen im Boden kochendes Wasser aus, aber der Boden des Sees ist um einiges kälter aufgrund der Verdunstung und Vermischung des Wassers, sowie der Wärmestrahlung.

Frying Pan Lake

Das brodelnde Gebiet, 10 m vom Seeufer entfernt, war der Schauplatz des Ausbruchs der Trinity Terrace im Februar 1973. Während des 15 minütigen Ausbruchs, der in der Nacht stattfand, wurde Schlamm im Umkreis von mehr als 100 m geschleudert. Dies war einer der größeren Ausbrüche des Echokraters seit 1917. Es ist bis heute der letzte Ausbruch geblieben. Die Ansammlung von Kanukabäumen hat sich nach dem Ausbruch von 1973 wieder ausgebreitet.

Trinity Terrasse

Am Ende des Frying Pan Lake befand sich der Kathedralenfelsen. Ursprünglich Gibraltarfelsen genannt, auf Grund der Ähnlichkeit mit dem berühmten Felsen an der westlichen Öffnung des Mittelmeers. Dieser dampfende Monolith hatte bei dem Ausbruch des Frying Pane Lake seine Form völlig verändert und seine verbliebenen Spitzentürmchen verliehen ihm den neuen Namen. Dieses massive Lavagebilde ist mindestens 60.000 Jahre alt und damit sehr viel älter als Mount Tarawera.

Kathedralenfelsen

Direkt gegenüber befand sich das ehemals große Becken des Waimangu-Geysirs, umgeben von Hügeln auf drei Seiten. Im August 1903 ließ der Touristenführer Alt Warbrick aufgrund einer Wette ein Ruderboot zu Wasser. Mit einem Partner maß er eine Tiefe von nur 14,6 m. Dieses unerwartete Resultat wurde darauf zurückgeführt, dass das massive Material, das bei den Ausbrüchen emporgeschleudert wurde, jedesmal in die Spalte zurückfiel. Der See bedeckte eine Fläche von 80 m x 130 m.

Der Frying Pan Lake fließt über diesen Ausfluss mit einer Temperatur von ca. 50°C und 110 l/s ab. Die Ablagerungen am Rand des Flusses beinhalten Spuren von Antimon, Molybdän, Arsen und Wolfram. Diese Mineralien ergeben zusammen mit der Blaugrünalge die spektakulären Farben wie orange, braun, grün und gelb, am Rand und an den heißen Quellen.

Heiße Quellen

Die Hot Springs of Mother Earth (Nga Puia o te Papa) - eine Traube von kräftig kochenden Heißwasserquellen - ergaben eine komplizierte und eindrucksvoll gefärbte, verkleinerte Silikatansammlung.

Heiße Quellen

Der Weg folgte dem dampfenden Fluss, vorbei an den saftiggrünen Farnen und Palmen, bevor er in Richtung des Inferno Crater Lake abzweigte, zu welchem ein paar Treppenstufen hinauf führten.

Heiße Quellen

Dieses dampfende und ungewöhnlich trübblaue Highlight Waimangus liegt in einem Krater der 1889 in der Flanke des Mount Haszards entstand. Der Inferno Crater Lake ist das größte geysir-ähnliche Gebilde auf der Welt, auch wenn der Geysir selbst nicht zu sehen ist, da er sich auf dem Grunde des Sees befindet.

Der Name dieses Kraters ist eine Abwandlung des malerischen informellen Namens Gateway to the Inferno, mit dem die Landvermesser, die das Gebiet nach dem Ausbruch von 1886 erstmals kartierten, dieses “Tor zur Unterwelt” bezeichneten.

Die geothermische Flüssigkeit, aus der der Inferno Crater Lake besteht, weist einen einzigartigen zyklischen Anstieg und Abfall des Wasserspiegels auf, der eine Tiefe von bis zu 12 m Unterschied ausmacht. Alle 38 Tage zeigen sowohl der Frying Pan Lake, als auch der Inferno Crater Lake Veränderungen ihrer Temperaturen, ihres Überlaufs und ihrer Wasserstände, die miteinander zusammenzuhängen scheinen. Die obere Grenze der Silikatablagerungen markiert die Überflussgrenze.

Inferno Crater Lake
Inferno Crater Lake: Niedriger Wasserstand (Temperatur ca. 35°C) - Quelle: worldtravlr.net

Meistens läuft der See für 2-3 Tage über, geht dann über 15 Tage lang etwa 8 m zurück, füllt sich in 3-4 Wochen teilweise wieder auf, schwankt eine Zeit lang und läuft dann wieder über. Wenn sich der See nach dem Überlaufen zurückzieht, fließen etwa 30.000.000 Liter Wasser unter dem Berg Haszard zurück. Der Boden ist wie eine Trompete geformt.

Wenn die Temperatur und der Wasserstand des Inferno Crater Lake steigen, scheint am Frying Pan Lake das Gegenteil zu passieren: das abfließende Wasser nimmt ab.

Ist der See gefüllt, hat er eine Tiefe von 30 m und das überfliessende Wasser hat eine Temperatur von bis zu 80° C. Das Wasser ist extrem sauer mit einem pH-Wert von bis zu 2,1.

Die Farbe des Sees ändert sich je nach dem Ausmaß der Turbulenzen, denen er ausgesetzt ist. Bei niedrigem Wasserstand ist er oft grau, kann aber unter idealen Bedingungen (z.B. einige Tage nach dem Ende des Überlaufs) eine intensiv leuchtende himmelblaue Farbe annehmen. Dieses Aussehen wird durch fein verteilte Kieselsäure verursacht, die im Wasser in der Schwebe gehalten wird. Wir hatten heute auch das Glück, ihn in seiner strahlendblauen Farbe zu sehen.

Inferno Crater Lake
Inferno Crater Lake: Hoher Wasserstand

Zurück auf dem Hauptweg kamen wir als nächstes an der Bird’s Nest Terrace vorbei. Dort schwammen angesiedelte, vielfarbige Algen auf den zerbrechlichen, kleinen Silikatterrassen, die von diesen kochenden Quellen geformt wurden. Die verschiedenen Farben entstehen durch die unterschiedlichen Temperaturen des austretenden Wassers. Die blaugrünen Algen können nur bis 75°C überleben.

Bird's Nest

Während wir noch mit Fotografieren beschäftigt waren, entdeckten unsere Eltern ein Stück weiter eine überraschend große Libelle, die eine weitere Besucherin des Parks sehr erschrocken hatte.

Libelle

Eine Mischung aus Moosen, Farnen und Flechten gedeihen in dem warmen, feuchten und schattigen Klima. Nachdem der Weg sich noch ein wenig durch die strahlend grüne Natur geschlängelt hatte, trafen wir auch schon auf die erste Bushaltestelle. Da das Wetter aktuell noch hielt, entschieden wir uns jedoch dazu, noch bis zur Nächsten zu gehen und dann von dort aus zurück zu fahren.

Fluss

Die deutlich zu sehende schwarze Schicht an dem Hang bestand aus Geröll, das bei dem Ausbruch des Mount Tarawera in die Luft geschleudert wurde. Die weiße Bimssteinschicht unter der schwarzen Geröllmasse ist fast 2000 Jahre alt und stammt von Ausbrüchen des Taupō Sees in den vergangenen Jahrtausenden.

Erde

Am nächsten kleinen Aussichtspunkt konnte man diesmal sogar die Umrisse des Mount Tarawera im Hintergrund erkennen, direkt hinter dem Lake Rotomahana.

Tarawera

Der Weg führte ein Stück durch den einheimischen Wald, bevor wir auf weitere Heißwasserquellen stießen.

Palmen

Entlang des Flusses gab es eine ungewöhnliche Ansammlung von Dampfauslässen, einer großen heißen Quelle und Pflanzen.

Heiße Quelle

Der weitere Weg verlief etwas anders als ursprünglich geplant, da es hier vor nicht allzu langer Zeit scheinbar auch einen Erdrutsch gab. Der Ersatzweg war provisorisch auf dessen Überresten geformt und sah ziemlich rutschig aus. Zum Glück schafften wir es jedoch alle heil und sauber nach oben. Nur gut, dass wir nicht nochmal nach unten laufen mussten.

Erdrutsch

Die nächste Sinterfläche - Marble Terrace - ist aus ähnlichem Material entstanden wie die Pink and White Terraces. Der Marmor wurde mit der Zeit aus Silikat in aufeinanderfolgenden Schichten gebildet. Das silikatreiche Wasser fließt aus einer großen Heißwasserquelle im Iodine Pool mit einer durchschnittlichen Temperatur von 97°C in flachen Wellen über die Marble Terrace. Diese wachsen über eine Flussterrasse, die entstand, als der Rotomahanasee in den 70iger Jahren einen höheren Wasserspiegel aufwies und der Fluss das Gebiet gelegentlich überflutete. Der Name des Iodine Pool stammt von der bräunlichen Färbung der Steine und Hänge.

Marble Terrace

Auf der anderen Seite der Terrasse befand sich auch schon die nächste Bushaltestelle. Da wir noch etwas Zeit hatten, bis der nächste geplante Bus kommen sollte, gingen wir noch kurz los in Richtung der nächsten Terrasse.

Marble Terrace

Kurz darauf hörten wir jedoch, wie doch schon ein Bus angefahren kam und drehten schnell wieder um. Da mehr Besucher unterwegs waren, hatten sie einen zusätzlichen Bus losgeschickt, mit dem wir jetzt erst nach unten zum See und der letzten Haltestelle fahren würden, bevor es wieder nach oben ging. Wir überlegten kurz, unten auszusteigen, um uns noch den See anzuschauen. Dort warteten jedoch so viele Menschen auf den Bus, dass wir bestimmt keinen Platz mehr bekommen hätten. Daher fuhren wir doch lieber direkt wieder mit. Man merkte, dass der Busfahrer hier öfter unterwegs war, da er selbst durch die engsten, bewachsenen und unübersichtlichen Kurven sehr zügig fuhr.

Wieder beim Auto angekommen fuhren wir dann auch schon wieder zurück nach Rotorua, in die Unterkunft unserer Eltern. Auf dem Heimweg fuhren wir mal wieder an einem am Straßenrand stehenden Unfallwagen vorbei, die hier - wie so oft - einfach liegen gelassen wurden.

Mittlerweile hatte es schon stärker angefangen zu regnen, weshalb wir zügig nach drinnen flüchteten. Am Morgen waren wohl Alpakas im Garten neben den Unterkünften gewesen, die jedoch scheinbar schon im Stall waren, bis der Regen nachgelassen hatte und wir wieder nach draußen gingen. Eine Terrasse mit normalerweise sehr gutem Ausblick über ganz Rotorua und einen Whirlpool hatten unsere Eltern auch dabei. Bei dem Wetter konnte das meiste leider nicht so ganz genossen werden, aber den Ausblick würden sie zumindest am nächsten und letzten Morgen in dieser Unterkunft einmal zu Gesicht bekommen …

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